Sardinien (10.8. – 27.9.21)

Hier verlässt Viva Mahon auf Menorca für eine 250 Seemeilen lange Überfahrt nach Sardinien. Das Bild wurde uns vom baugleichem Schwesterschiff zur Verfügung gestellt. Dieses hatte gerade die selbe Überfahrt in entgegen gesetzte Richtung geschafft. Über Marine Traffic-App konnten Sie unsere Koordinaten ausfindig machen und uns das Bild mailen.

Nun sitzen wir einen Monat später in Villasimius, an der Südostspitze Sardiniens und geniessen unseren 28. Hochzeitstag. Durch paar Tiefs aber vor allem viele Hochs sind wir zusammen gegangen und wir sind noch immer glücklich. Es ist schön zusammen mit dem Partner Lebensträume zu teilen und zu verwirklichen!

Das Wetter ist nach wie vor hoch sommerlich warm. Das Meer hat 26 Grad und die Lufttemperatur springt regelmässig über die 30-Grad-Grenze. Wenn auch wir das Wetter gerne so hinnehmen, macht es uns auch ein wenig Sorge. Die gewaltige Energie die hier im Süden im Meer gespeichert ist, könnte sich sehr bald in heftigen Herbststürmen entladen. Wir sind deshalb sehr vorsichtig unterwegs!

Hinter uns liegt eine schöne, 600 Seemeilen lange Umrundung der „Isola dei Nuraghi“. Vor uns die Überfahrt nach Sizilien, die wir am kommenden Montag, 27.9.21, hoffentlich mit genug Rückenwind, in Angriff nehmen wollen.

Sardinien ist anders als andere Inseln. Das Meer ist seinen Bewohnern eher fremd. Es galt und gilt als Synonym für alles Übel und Unheil. Furat chi beit dae su mare (»Wer übers Meer kommt, stiehlt«), lautet ein altes sardisches Sprichwort. Gekommen sind Phönizier, Römer, Araber, Katalanen, Genuesen, Venezianer und andere mehr. Die Sarden zogen sich von der fremdbeherrschten Küste in die unwegsame Bergwelt im Inselinneren zurück, wo sie nie unterworfen wurden und so ihre uralten Traditionen bewahrten. Sarden sind Hirten und Bauern, keine Fischer und Seefahrer. Sie fürchten das Meer, und selbst Italiener gelten ihnen als jene „dal continente“, »vom Festland«.

In Sardinien gibt es daher auch heute ganz wenige Städte direkt am Wasser. Eines davon ist Carloforte auf Isola di San Pietro. Wirklich hübsch sind aber nur noch Alghero (eine von Katalanen erbaute Stadt) und die Hauptstadt Cagliari. Der Rest ist eine weitestgehend unverbaute Küste, mit wunderschönen Stränden die zwischen den Klippen aus Granit, rotem Porphyr, weißem Kalk oder schwarzem Basalt entdeckt werden wollen.

Isola di San Pietro / Carloforte

Hier spricht man einen genuesischen Dialekt und hier gibt es auch ligurische Strassenschilder. Es waren nämlich ligurische Fischer, die 1798 wegen der ständigen Piratenüberfälle von der tunesischen Insel Tabarca hierher übersiedelten. Carloforte ist italienweit berühmt für seinen Thunfisch, der in vielen Restaurants in vielen Formen angeboten wird.

Cagliari

Sardiniens Hauptstadt Cagliari, die bei Weitem grösste Stadt der Insel, ist eine quirlige Hafenmetropole und präsentiert sich als spannende Mischung aus Alt und Modern. Im Umland locken wunderschöne Strände zwischen Capo Spartivento und Capo Carbonara.

Alghero

»Die schöne Spanierin« wird Alghero oft genannt. In der romantisch-verwinkelten Altstadt heißen die Plätze nicht nur italienisch Piazza, sondern auch spanisch Plaça: Seit dem 14. Jh. lebten hier Katalanen. In den Gassen lässt es sich shoppen, flanieren und bis tief in die Nacht beim eisgekühlten Aperol Spritz oder Gin Tonic feiern.

Die Küste

Wie findet man all‘ die schönen Plätze?

Sehr hilfreich ist die App Navily über die, nicht nur Marinas gebucht werden können, wo aber auch eine Bewertung der Ankerplätze durch die User, die hier bereits geankert haben, zu finden ist. Für uns neu ist die Keeano-App die von fast jedem Platz an der Küste Luftbilder liefert. Die Bewertungen der User sind hier vorerst nur vereinzelt zu finden.

Das Zigeunerleben gefällt uns noch immer sehr gut!

Wir wollen die Saison so lange wie möglich ausreizen und den Altweibersommer, welcher hier in Sizilien erst im November stattfindet, unbedingt auch mitnehmen. Es sind noch sehr viele Schiffe unterwegs zu ihren Winterlager. Wir sind nicht alleine! In Licata, wo wir überwintern werden, gibt es eine grosse Gemeinschaft von sogenannten „Liveaboards“, die auch in Winter auf dem Schiff bleiben und vom milden Klima profitieren möchten. Wir wollen auch paar Wochen in Licata bleiben und zumindest eine Zeitlang Teil der „Community“ werden. Dank verschiedener Facebook-Gruppen wissen wir teilweise schon jetzt wer unsere zukünftigen Nachbarn sein werden. Wir sind gespannt auf ihre Geschichten und Segelerfahrungen. Die Segler sind in der Regel sehr hilfsbereit und es ist ein „Geben und Nehmen“. Jeder darf was mitnehmen und sich selber einbringen. Bereitschaft zu teilen und sich auszutauschen ist, denke ich, nirgendwo so gross wie unter den Seglern. Passende Facebookgruppe unterstützt den Austausch und hilft die Anlässe zu organisieren.

Vor Ende Jahr geht es dann für paar Wochen nach Kroatien und in die Schweiz!

2 Kommentare zu „Sardinien (10.8. – 27.9.21)

Gib deinen ab

  1. Liebe Seeräuber, Seefahrer oder Zigeuner

    Ihr bringt uns in Zugzwang mit der Anrede… nachdem man die tollen (blauen) Fotos gesehen hat und den Bericht durchgelesen hat.

    Aber zuerst ganz herzlichen Gratulation dem jungen Brautpaar und zu dessen Tag. Von wegen überwintern und Altweibersommer – aber Caro – dann aber auf dem schnellsten Weg nach Hause – (ist nur für alte Weiber – psssst).

    Wir in Schofise haben keine Angst, dass ihr unter der Langweile leiden werdet. Also geniesst die tollen Tage und Temperaturen.

    Schiff ahoi – und liebi Grüess
    Werni und Erika

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: