Herbst 2021 – und bevor das Jahr zu Ende geht….

Ein traumhafte Überfahrt

Am 27. September haben wir Villasimius, an der südöstlichen Ecke Sardiniens in Richtung Sizilien verlassen. Wir waren überrascht wieviele Schiffe an diesem Tag in dieselbe Richtung die Segel gesetzt haben. Sizilien scheint ein beliebtes Winterlager zu sein. Mit 15 Knoten aus Nordwesten war es ein Einfaches die 180 Seemeilen bis Isola Favignana vor Sizilien in 24 Stunden zu erreichen. Mit ausgebaumter Fock und dem gerefften Gross, lief die Viva wie auf Schienen. Paar schöne Tage auf Favignana halfen uns die eine schlaflose Nacht schnell zu vergessen. Die Carbonara del Mare im Restaurant Quello che ce,….ce! war unvergesslich! Wir wissen es: Auf Fischpasta gehört kein Parmesan – den Koch kümmert es nicht – und wir sind ihm dankbar dafür.

San Vito Lo Capo und Castellammare del Golfo

Anfangs Oktober waren wir verabredet mit unseren Freunden Carmen und Christoph in Palermo. Paar Tage später war unser Sohn Luca auch da, um mit uns ein paar Tage in Sizilien zu verbringen. Bis zur Ankunft unseres Besuchs durften wir eine erste heftige Störung in der Marina Balestrate abwettern und nochmals einen Besuch San Vito Lo Capo und Castellammare del Golfo abstatten. Wieder einmal ein Cannolo Siciliano und eine Granita di Cafe geniessen.

Palermo – wechselhaftes Wetter und verstopfte WC-Leitungen

Wetterbedingt haben wir in Palermo, anstelle der geplanten einer Woche, ganze 11 Tage verbracht. Das geht in Palermo sehr gut, da es so viele schöne Ecken zu entdecken gibt. Die Inselhauptstadt lebt von enormen Gegensätzen. Nirgendwo sonst liegt das Schöne und das Zerfallene so nah beieinander wie hier. Palermo hat einen ganz besonderen, eigenen Charme. Auch Luca konnte diesem Charme nicht widerstehen und lief jeden Tag unzählige Kilometer durch die Stadt und besuchte die Museen, Kirchen und Lebensmittelmärkte. Mit unseren Freunden Carmen und Christoph waren wir vor allem auf Genusstour! Auch den Ballaro-Markt wollten wir unbedingt noch einmal besuchen.

In der Marina haben wir zwei nette Jungs gefunden, die die Charteschiffe unterhalten und sich deshalb besonders gut mit verstopften WC-Leitungen auskennen. Von den ursprünglichen 38 mm Durchmesser waren bei unseren Leitungen nur noch etwas 8 mm frei. Kein Wunder, dass das Abpumpen des WC-Inhalts so mühsam war. Nun haben wir neue Leitungen vorne. Die Hinteren machen wir dann im Winter in Licata. Matteo hat sich ein elektrisches WC in der Gästekabine gewünscht. Mal schauen, vielleicht klappt auch das!

Liparische Inseln und Milazzo mit Luca

Mit den ersten Sonnenstrahlen haben wir Palermo in Richtung Lipari verlassen. Ein Schlag den vor allem Luca – leider in schlechter Erinnerung bleiben wird. Das Meer war vom letzten Sturmtief noch sehr aufgewühlt und die 3 Meter-Dünnung war nur schwer zu ertragen. Wenn man nur eine Woche Zeit zur Verfügung hat und was sehen will, muss man das eben in Kauf nehmen! Zum Glück vergisst der Mensch alles unangenehme schnell. Die neuen Erlebnisse überlagern die mühsame Überfahrt und machen sich in unserer Erinnerung breit. In Milazzo haben wir auch einen italienischen Friedhof besucht. Wir kennen die prunkvollen Friedhöfe bereits aus Kroatien. Die in Italien überragen diese aber bei weitem. Viele – eher vermögende – Familien bauen für sich und ihre Angehörigen richtige Mausoleen. Auch eine schöne Aussicht darf dabei nicht zu kurz kommen. Ob sie wirklich was davon haben…..

Messina Strasse, Taormina, Catania und Siracusa mit Matteo

Paar Stunden nach dem uns Luca mit dem Zug in Richtung Zürich verlassen hat (ja, es gibt einen direkten Nachtzug von Palermo nach Milano. Der Zug wird über die Messina-Strasse auf die Fähre verladen) durften wir Matteo am Flughafen in Catania in Empfang nehmen. Matteo durfte bereits früher mit uns die Süditalienische Küste runter bis Tropea segeln. Nun folgte die nächste Teilstrecke in Richtung Süden, nämlich von Milazzo durch die Messina Strasse, die sich diesmal von besonders spannender Seite zeigte, nach Taormina und weiter nach Catania und Siracusa. In Siracusa durften wir auch das Sturmtief „Apollo“ abwettern, was uns paar zusätzliche Tage im Hafen beschert hat. Mehre Segelschiffe die an der Rolex Middle Sea Race teilgenommen haben, suchten in diesem schönen Naturhafen den Schutz. Unter anderem auch meine Landsleute Damir Cargo auf „MATCH POINT“ mit Crew.

Taormina

Catania

Siracusa

Das Sturmtief Apollo

Um den Capo Passero nach Ragusa

Auf dem Weg zu unserem Winterlager in Licata haben wir, bei schönstem Wetter, paar Tage in der Marina di Ragusa verbracht. Von hier ist es nur eine kurze Autofahrt nach Ragusa und Modica. Auch das Schloss Donnafugata, bekannt aus dem Roman Gattopardo, ist lediglich 15 Kilometer entfernt. Auch den Feiertag der Allerheiligen haben wir hier verbracht. Für unsere Elternteile die nicht mehr unter uns weilen haben wir hier in der Kirche je eine Kerze angezündet.

Schloss Donnafugata, Ragusa und Modica

Licata – unser Winterplatz

Licata ist eine mittelgrosse Stadt an der Südostküste Siziliens. Die Stadt ist wenig bekannt und überhaupt nicht touristisch. Dafür funktioniert sie auch in Winter und die Marina ist sehr sicher. Hier überwintern rund dreissig Familien auf dem Schiff. Zweimal wöchentlich gibt es Happy Hour und am Sonntag das gemeinsame Grillen. Es gibt ferner gratis Joga- und Italienischkurse. Das einzige Zweisterne-Lokal auf Sizilien ist auch da. Alle Restaurants haben auch im Winter offen. Der Friedhof ist grösser als die Stadt selber und erstreckt sich auf mehreren Ebenen, bis runter an den Strand. Nein, wir haben keinen „Friedhoffimmel“. Es ist einfach schön um Allerheiligen entlang der mit Blumen geschmückten Gräber zu spazieren. Wir können die Marina als Winterlager jedem sehr empfehlen.

Wartungsarbeiten und schlemmen in Licata

Zwei ausgewachsene Windhosen streiften unsere Marina

Der ganze Spuck hat wenige Minuten gedauert. Die Windhose links zog direkt über unseren Steg. Das Ergebnis: Alle Schiffe wurden um mindestens einen Meter in Richtung Steg verschoben. Die Fender wurden an Deck hochgewirbelt und haben ihre Aufgabe gar nicht wahrnehmen können. Die Lehre daraus: Alle Fender auf der selben Seite mit einer Leine verbinden, die durch das untere Loch am Fender geführt wird. Das könnte helfen, um die Fender unten zu halten, sodass sie das Schiff effektiv schützen können. Einer der Kollegen hat seine Aufnahmen im Youtube abgelegt: https://youtu.be/AI5JV6H5FIg .

Jahresende in Kroatien und im Engadin

Nach Matteos Diplomfeier am 19.11.2021 im Grossmünster in Zürich und paar Tage mit der Familie, fuhren wir direkt weiter nach Kroatien. Hier haben wir ganze drei Wochen verbracht und nebst Adventsmarkt in Zagreb auch noch meine Schwester und den Neffen sowie viele Freunde besuchen können. Es ist schön ohne Eile zu reisen und die Zeit vor Ort jeweils geniessen zu können. Immer wieder in neuen kulinarischen Gegenden unterwegs zu sein, macht uns weiterhin Spass. Den Geburtstag von Rösli und Weihnachten mit Familie in der Schweiz wollten wir auf keinen Fall verpassen. Nun sind wir wieder im Engadin und freuen uns auf die Familie und Freunde.

Wir wünschen allen Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches neues Jahr!

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